Wildnis in der Schweiz

Mountain Wilderness Schweiz setzt sich dafür ein, dass es in der Schweiz mehr grossflächige, von Infrastruktur nicht oder kaum erschlossene Wildnis gibt, in denen die Natur sich frei entwickeln darf. Der Mensch ist als Gast willkommen.

Für Mountain Wilderness Schweiz gelten folgende Grundsätze:

  • Definition: Unter Wildnis versteht Mountain Wilderness Schweiz Räume ohne nennenswerte Infrastruktur und menschliche Einwirkung, in denen die Natur sich frei entwickeln darf. Wildnis beinhaltet aber auch die Art und Weise, wie wir Menschen mit der Natur umgehen, von der wir auch selbst Teil sind. Wir begegnen der Mitwelt auf Augenhöhe und nehmen uns bewusst zurück. Mountain Wilderness Schweiz legt grossen Wert darauf, Wildnis nicht nur im Hochgebirge zu suchen. Natur und Wildnis müssen auch im Lebensumfeld der mittelländischen und städtischen Bevölkerung Platz haben.
  • Darum Wildnis: Heute wird in der Schweiz vor allem der klassische, erhaltende Natur- und Artenschutz betrieben. Dieser ist unverzichtbar, um die Kulturlandschaft mit ihren vielfältigen Lebensräumen und der dazugehörigen Artenvielfalt zu schützen. Mountain Wilderness Schweiz setzt sich dafür ein, dass es daneben auch Räume gibt, in denen Prozesse frei und dynamisch ablaufen können, ohne dass der Mensch lenkend eingreift. Solche Wildnis ist von unschätzbarem Wert: für Forschung und Lehre, für die Biodiversität aber auch für uns Menschen. Wildnis bietet Glück, Ruhe und Erholung, sie lässt uns Einsamkeit und Stille, Rhythmen und Dimensionen weitläufiger Landschaften erfahren.
  • Wildnis-Vision: Es gibt in der Schweiz besonders im Gebirge mehr grossflächige, von Infrastruktur nicht oder kaum erschlossene Wildnisgebiete, in welchen Menschen (eigenverantwortlich, kompetent und respektvoll) die Natur frei erleben können. Wo nötig und zweckdienlich sind diese als Schutzgebiete ausgewiesen. Wildnis als Naturschutzoption ist bei Behörden, Naturschutzorganisationen, Wissenschaft sowie der Bevölkerung an sich als Handlungsoption im Naturschutz verankert.
  • Mensch und Wildnis: Der Mensch ist Teil der Natur und wird daher nicht aus dieser ausgeschlossen – auch nicht aus Wildnisgebieten. Wir können Wildnis in Eigenverantwortung frei erfahren. Mountain Wilderness Schweiz unterstützt, dass Zugang und Nutzung in Wildnisgebieten dort eingeschränkt werden, wo dies aus naturschutzfachlicher Sicht angebracht ist. Wildnisgebiete sind frei von motorisierten Hilfsmitteln und werden nicht durch zusätzliche Infrastruktur besser erreichbar gemacht. Der Mensch ist in Wildnisgebieten zu Gast –eine minimale Infrastruktur an Wegen ohne technischen Ausbau, die eigene Kraft und das eigene Können regeln den Zugang.


Was wir tun:

  • Bewusstsein schaffen: Wir wenden uns mit kreativen und konstruktiven Denkanstössen im Bereich Wildnis an die Öffentlichkeit. Dies in Form von Medienarbeit (Medienecho), Social Media (Facebook, Instagram, Youtube), Newsletter, Podiumsdiskussionen, Filmvorführungen und Tagungen (Link zu Veranstaltungen) und Publikationen.
  • Fordern: Mit öffentlichen Aktionen machen wir aufmerksam auf Aktivitäten und Infrastrukturen, welche sensible Wildnisgebiete gefährden.
  • Eingreifen: Wenn touristische Projekte die letzten Räume der Schweiz mit hoher Wildnisqualität gefährden, nutzt Mountain Wilderness Schweiz das Verbandsbeschwerderecht.
  • Vernetzen: Mountain Wilderness Schweiz arbeitet mit national und international tätigen Natur- und Umweltschutzorganisationen, Schutzgebietsverwaltungen, Forschenden und Personen aus der Raumplanung zusammen, um gemeinsam Wildnis zu fördern.
  • Projekte: Wildnis Schweiz: Wildnis-Studie, Wildnis-Tagung, Wildnis-Diskurs, Wildnis-Strategie; Rückbau zur Wildnis
  • Publikationen: Studie «Das Potenzial von Wildnis in der Schweiz» (ab Ende 2018/Anfang 2019 in Buchform erhältlich), Buch «Wildnis – Ein Wegbegleiter durchs Gebirge»

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