Search
Close this search box.
Feuer in den Alpen 2024

Flammende Signale zum Schutz der Alpen 

Dieses Jahr entzünden wir unser traditionelles Feuer in den Alpen in Interlaken zusammen mit unseren Freund:innen der Alpen-Initiative. Aufgrund zunehmend heisser und trockener Sommer und häufig verhängter Feuerverbote nimmt unser Anlass dieses Jahr zum zweiten Mal in Folge eine neue Form an. Anstelle eines traditionellen Höhenfeuers setzen wir auf kleine Feuerzeichen. 

Programm

WANDERUNG / OPTIONAL:
Ab 11 Uhr: Geführte Wanderung ins Hintere Lauterbrunnental. Hauptthemen: Auen und Wildtiere. Effektive Wanderzeit: 3 Stunden. Ca. 6.5 km, 550 Höhenmeter.
Treffpunkt: Bushaltestelle Stechelberg Post (Ankunft um 10.49 Uhr). 

15.35 Uhr: Gemeinsame Abfahrt ab Bushaltestelle Stechelberg Hotel. 16.24 Uhr: Ankunft Interlaken Ost. Bademöglichkeit vor Ort.

FEUER IN DEN ALPEN:
Ab 17.30 Uhr: Alpenfeuer in Interlaken. Mit Apéro, Nachtessen und Rahmenprogramm.

Preis pro Person (inkl. Wanderung ins Hintere Lauterbrunnental, Apéro und vegetarisches Nachtessen in Interlaken):
CHF 40.- für Mountain Wilderness Schweiz-Mitglieder.
CHF 50.- für nicht-Mitglieder.

Auf der Suche nach geeigneten Standorten für neue Projekte zur Gewinnung von erneuerbarer Energie gelangen zunehmend wilde und unerschlossene Gebirgsräume in den Fokus.

Mountain Wilderness Schweiz setzt sich für eine Energiewende ein, die das enorme Energiesparpotenzial nutzt und in erster Linie auf den Ausbau erneuerbarer Energien im Siedlungsgebiet setzt.

Die Energieproduktion im Gebirge bedroht Wildnis

Der politische und gesellschaftliche Druck für eine rasche Energiewende ist momentan sehr hoch. Gebirgsräume werden in diesem Zusammenhang hoch gehandelt: es wird davon ausgegangen, dass sie dank starker Sonneneinstrahlung, guter Windverhältnisse oder frei werdende Gletschervorfelder attraktive Stromproduktionsbedingungen bieten können. Aufgrund ihrer Abgeschiedenheit sind diese Räume für viele Menschen unsichtbar oder werden als «nutzbare Freiräume» wahrgenommen. Auch die Ansprüche und Interessensvertretungen sind hier geringer als beispielsweise im dicht besiedelten Mittelland.

Wertvolle Rückzugsräume, nicht «nutzbare Freiräume»!

Aus Sicht von Mountain Wilderness Schweiz ist die Überbauung wilder und unerschlossener Gebirgsräume höchst problematisch. Es sind die letzten grossflächigen Rückzugsräume für viele Tier- und Pflanzenarten, in ihnen kann sich die Natur frei entwickeln. Diese Räume sind von unschätzbarem Wert und müssen deshalb geschützt werden. Auch für uns Menschen haben diese Landschaften eine grosse Bedeutung, die verloren geht, wenn sie als Solar- oder Wasserkraftwerke industrialisiert werden.

Eine wildnisverträgliche Energiewende ist möglich: Die Klimaerhitzung und der Verlust der Biodiversität und natürlicher Ökosysteme sind riesige Herausforderungen unserer Zeit. Für uns ist deshalb klar: Die Energiewende und der Schutz von Wildnis und Biodiversität müssen Hand in Hand gehen. Die Energiewende muss wildnisverträglich geschehen.

Definition:
Energieeffizienz & -suffizienz:

Hinter dem Begriff «Effizienz» verbergen sich meist technische Lösungen. Eine neue Technik hilft mit weniger Aufwand mehr Energie zu erzeugen oder im Umkehrschluss mit weniger Energie mehr Leistung bringen.

Suffizienz hingegen zielt auf eine Änderung des Lebensstils ab, die mehr Lebensqualität bietet mit weniger Energieverbrauch. Das heisst, der Ausflug in die Berge wird statt einer stressigen Anreise mit dem Auto inkl. Stau mit einer entspannten Velotour verbunden.

Für Mountain Wilderness gelten folgende Grundsätze:

Wirksame politische Massnahmen zur Energieeffizienz- und Suffizienz

Die Schweiz hat ein enormes Stromsparpotenzial, welches zur Zeit nicht genutzt wird. Durch Effizienzsteigerungen in allen Bereichen (Industrie, Wohnen, Mobilität, Konsum) können wir den Energiebedarf stark senken.

Zudem braucht es eine gesellschaftliche Diskussion darüber, wie viel und was wir für ein gutes Leben brauchen. In den letzten Jahrzehnten ist die Lebensqualität in der Schweiz nicht mehr gestiegen, trotz starkem Wirtschaftswachstum. Eine suffiziente Lebensweise hat enormes Potenzial den Energiebedarf zu reduzieren.

Energie dort produzieren und speichern, wo sie gebraucht wird

Die in situ Stromproduktion ist zu fördern. Die Möglichkeiten zur Energieproduktion und -speicherung in besiedelten Gebieten sollen ausgeschöpft werden.

Kein Neubau zur Erzeugung erneuerbarer Energien in
Schutzgebieten und Gebieten mit hoher Wildnisqualität

Schutzgebiete und Gebiete mit hoher Wildnisqualität müssen frei von neuer Infrastruktur bleiben. Die Schutzziele dürfen weder aufgeweicht noch aufgehoben werden.

Neue Anlagen zur Energieproduktion nur in bereits bebauten und erschlossenen Gebieten

Zuerst muss das Potenzial in bereits bebauten und erschlossenen Gebieten genutzt werden. Neubauten erfordern eine sorgfältige Planung und sind so landschafts- und umweltverträglich wie möglich zu gestalten. Dies beinhaltet geringe Emissionen beim Bau und Unterhalt sowie die Verpflichtung zum Rückbau.

Neuerschliessungen erst als Ultima Ratio

Neue Anlagen für die Energieproduktion, die neue Gebietserschliessungen erfordern, sind für Mountain Wilderness Schweiz erst dann zulässig, wenn das Potenzial von erneuerbaren Energien in bereits bebauten und erschlossenen Gebieten sowie das Energiesparpotenzial vollständig ausgeschöpft ist.

Was wir tun:

Bewusstsein schaffen

Mit kreativen und konstruktiven Vorschlägen wenden wir uns an die Öffentlichkeit. Dies geschieht in Form von Medienarbeit, Filmvorführungen, Tagungen, Publikationen, Newslettern und Social Media (Instagram, Facebook, Youtube). Mit Aktionen mit Betroffenen und Politiker:innen machen wir auf die Bedrohung unerschlossener Gebirgsräume durch Energieprojekte aufmerksam.

Fordern

Teilnahme an Vernehmlassungen (z.B. Energieverordnung) und Referenden (z.B. Dekret Wallis)

Eingreifen

Wenn Energieprojekte die letzten Räume der Schweiz mit hoher Wildnisqualität gefährden, nutzt Mountain Wilderness Schweiz das Verbandsbeschwerderecht.

Vernetzen

Wir arbeiten mit national und international tätigen Natur- und Umweltschutzorganisationen, Schutzgebietsverwaltungen, Forschenden und Personen aus der Raumplanung zusammen, um Gebirgsräume mit hoher Wildnisqualität zu schützen.

Was du tun kannst

Mitspracherecht nutzen

Du wohnst in einer Gemeinde, in der ein alpiner Solarpark geplant ist und darfst dich dazu äussern? Nutze dein Mitspracherecht und setzte ein Zeichen für eine Energiewende mit Rücksicht auf die Natur.

An Aktionen teilnehmen

Mountain Wilderness Schweiz führt regelmässig Demonstrationen für eine wildnisverträgliche Energiewende durch. Zum Beispiel im Rahmen der jährlichen Aktion “Feuer in den Alpen”, welche meist als zweitätige Wandertour stattfindet. Dafür suchen wir immer motivierte Teilnehmer:innen. Die Aktion ist in jedem Fall ein unvergessliches Erlebnis und eine gute Gelegenheit für einen Austausch mit Gleichgesinnten. Melde dich, falls du Interesse an einer Teilnahme hast!

Unsere Arbeit unterstützen

Unterstütze die Arbeit von Mountain Wilderness Schweiz für den Erhalt wilder und unerschlossener Gebirgsräume mit einer Mitgliedschaft oder Spende.

Dich inspirieren lassen / Wireless Wilderness

Unser Kurzfilm zeit wie eine wildnisverträgliche Energiewende in der Schweiz gelingt.

News zum Thema

«Plötzlich sollen Solaranlagen in den Bergen wie Pilze aus dem Boden schiessen. Sie sollen Lücken schliessen, Mängel beheben, unseren Energiehunger stillen und das Klima retten. Dies alles auf Kosten der Natur, der Biodiversität und der letzten Freiräume der Alpen. Mountain Wilderness wehrt sich gegen diesen Irrsinn und andere Angriffe auf unsere Bergwelt. Dafür bin ich sehr dankbar!»

Brigitte Wolf, Biologin, aus Bitsch, Mountain Wilderness-Mitglied seit 1999

«Ein Spaziergang in ein entlegenes Tal in den Alpen. Aber anstelle von Murmeltieren und Steinböcken sehe ich nur riesige Solaranlagen und Strassen soweit das Auge reicht. Von Tieren und alpiner Vegetation keine Spur. Alptraum oder zukünftige Realität? Unsere Alpen sind einzigartig, aber auch verletzlich. Indem sich Mountain Wilderness für eine umweltverträgliche Energiewende einsetzt, werden alpine Freiräume geschützt. Deshalb unterstütze ich Mountain Wilderness. »

Laure Hostettler, Naturcoach, aus Ostermundigen, freiwillige Übersetzerin seit 2019