Mountainbike

Für Mountain Wilderness Schweiz ist Mountainbiken nicht grundsätzlich zu kritisieren. Mountainbiker bewegen sich aus eigener Kraft in den Bergen und bleiben in den allermeisten Fällen auf Wegen und vordefinierten Trails. Damit unterscheidet sich Biken nicht wesentlich von anderen Bergsportarten, die wir befürworten. Wie so oft gilt auch hier: Mountainbiken ja, aber mit Rücksicht.

Für Mountain Wilderness Schweiz gelten folgende Grundsätze:

  • Gemischte Nutzung der Infrastruktur: Wo immer möglich, soll die Nutzung von Mountainbikes auf bestehenden Wegen stattfinden – die Schaffung von separaten Wegnetzen für unterschiedliche Sportarten ist immer mit zusätzlichen landschaftlichen Eingriffen und Störungen des Naturraums verbunden und muss daher eine Lösung für Ausnahmesituationen bleiben. Mit gegenseitigem Respekt kommen die verschiedenen Outdoor-Sportler aneinander vorbei.
  • Sorgfältiger Bau und Unterhalt: Mountainbiker lieben sie: die Flowtrails. Also Wege, die einigermassen leicht zu fahren sind, ohne grosse Hindernisse und Unebenheiten. Solche Wege gibt es natürlicherweise in den Alpen. Wenn sie jedoch künstlich angelegt werden, beurteilt Mountain Wilderness Schweiz dies kritisch. Sie widersprechen unserem Grundsatz, möglichst wenig Spuren im Gelände zu hinterlassen. Gut angelegte Strecken fügen sich ins Landschaftsbild ein und reduzieren allfällige Erosionsschäden.
  • Zonenkonforme Nutzung: Auch eigens angelegte Parks mit Jumps, künstlichen Kurven, Brücken etc. erfreuen sich steigender Beliebtheit. Aus landschaftlicher Sicht kann dies durchaus heikel sein. Parks sind auf jeden Fall in bereits intensiv genutzten Zonen anzusiedeln und bestmöglich in die Landschaft einzupassen. Sensible und bislang unberührte Gebiete sind zu meiden.
  • Flora und Fauna schützen: Wie bei allen Bergsportarten gilt, dass auch Tiere und Pflanzen respektiert werden müssen. Zumindest nationale und kantonale Schutzgebiete sind daher zu meiden. Nachtabfahrten sowie künstliche Beleuchtung von Strecken in der freien Natur lehnt Mountain Wilderness Schweiz ab.
  • E-Mountainbikes: Nach dem E-Bike für die Stadt war es nur eine Frage der Zeit, bis E-Mountainbikes die Szene erobern. Ein Motor bedeutet weniger Mühe und macht es möglich, mit demselben Kraftaufwand weiter in die Natur vorzudringen. Ausserdem sind E-Mountainbikes (momentan) deutlich schwerer als normale Mountainbikes. Noch ist unklar, welche Auswirkungen dieser neue Trend auf die Natur haben wird. Mountain Wilderness Schweiz regt zum Nachdenken an: Inwiefern soll die eigene Kraft und das eigene Können das Vordringen in die Natur begrenzen?
  • Fat-Bikes: Der neueste Trend im Bike-Geschäft fährt mit dicken, schwach gepumpten Reifen. Auf Schnee verspricht die dickrädige Version des Mountainbikes besonderen Spass. Nutzerkonflikte mit Tieren und Winteraktivitäten sind vorprogrammiert. Genau wie beim gewöhnlichen Mountainbiken steht für Mountain Wilderness Schweiz der Respekt im Zentrum. Entscheidend ist, mit welcher Einstellung man den Sport betreibt und seiner Umwelt begegnet.
  • Trailrules: Auch Mountainbikende können viel dazu beitragen, Konflikte zu vermeiden oder zu minimieren. Die sogenannten Trailrules sind mittlerweile den meisten bekannt. Mountain Wilderness Schweiz hält dazu an, sich an diese Grundsätze zu halten.

Was wir tun:

  • Bewusstsein schaffen: Wir wenden uns mit kreativen und konstruktiven Denkanstössen im Bereich Bergsport an die Öffentlichkeit. Dies in Form von Medienarbeit (Medienecho), Social Media (Facebook, Instagram, Youtube), Newsletter, Podiumsdiskussionen, Filmvorführungen und Tagungen (Link zu Veranstaltungen) und Publikationen.
  • Fordern: Mit öffentlichen Aktionen machen wir aufmerksam auf Aktivitäten und Infrastruktur, welche die Bergwelt nachhaltig schädigen (z.B. Heli-Biking).
  • Eingreifen: Bei Aktivitäten, die im Widerspruch zu rechtlichen Bestimmungen stehen oder sensible Gebirgsräume gefährden, nutzt Mountain Wilderness Schweiz das Verbandsbeschwerderecht.
  • Vernetzen: Mountain Wilderness Schweiz arbeitet mit national und international tätigen Natur- und Umweltschutzorganisationen zusammen. Gemeinsam fördern wir einen Bergsport, welcher die Bergnatur mit Respekt behandelt.

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