Grenzen der Erschliessung

Mountain Wilderness Schweiz mahnt zum schonungsvollen Umgang mit der Berglandschaft und engagiert sich für eine kontrollierte Entwicklung. Wir beobachten und nehmen Stellung zu einzelnen Projekten für den Schutz unerschlossener Gebirgslandschaften. Als Anwalt der ursprünglichen Bergnatur schauen wir Investoren genau auf die Finger und erheben Einspruch, wenn der gesetzliche Rahmen klar überschritten oder unverhältnismässig gedehnt wird.

Für Mountain Wilderness Schweiz gelten folgende Grundsätze:

  • Erreichbarkeit: Der Bergsport führt zu einer voranschreitenden Erschliessung der Alpen und bedeutet verschiedene Arten von Zugängen. Klettersteige, Tyroliennes und Co. werden immer mehr, der Mensch dringt immer weiter in die bislang unerschlossene Natur vor. Räume, die vorher bloss von wenigen Menschen besucht wurden, können immer einfacher erreicht werden. Komfort und Konsum werden zu den zentralen Kriterien. Mountain Wilderness Schweiz setzt sich für jene sinnvollen Projekte ein, bei denen mit kleinen Bauten grosse Vorteile entstehen und leistet dort Widerstand, wo die Balance nicht mehr stimmt.
  • Skitourismus: Die touristische Erschliessung der Berge schreitet ungehindert voran – allen voran für den Wintersport. Obwohl gerade bei diesem die Zukunft alles andere als gesichert ist. Der Klimawandel treibt die Schneefallgrenze in die Höhe und verkürzt die Skisaison, die Anzahl Skierdays sind seit Jahren rückläufig, und der Wintertourismus ist für viele Gemeinden eher finanzielle Belastung denn Segen. Mountain Wilderness Schweiz vertritt die Meinung, dass die Grenzen der skitouristischen Erschliessung längst überschritten sind und positioniert sich klar gegen einen weiteren Ausbau des Skitourismus.
  • Erneuerbare Energien: Der Klimawandel ist eine der grössten ökologischen, sozialen und ökonomischen Herausforderungen, mit denen sich die Menschheit je konfrontiert sah. Besonders betroffen von der globalen Erwärmung ist auch das Alpenland Schweiz. Steigt die Temperatur im weltweiten Durchschnitt um 2° Celsius, so sind es im Alpenraum 4° C. Die Reduktion des CO2 soll durch eine substanzielle Reduktion des Energieverbrauchs und mit einer gezielten Förderung der erneuerbaren Energiequellen Wind-, Wasserkraft, Sonne, Biomasse und Geothermie erfolgen. Mountain Wilderness Schweiz befürwortet den Ausstieg aus der Atomenergie. Gleichzeitig dürfen wir erst von einer tatsächlichen Energiewende sprechen, wenn wir es tatsächlich schaffen, die aktuelle Energieverschwendung drastisch zu reduzieren und den steigenden ökonomischen Wohlstand von einem steigenden Energiekonsum entkoppeln können. Mountain Wilderness Schweiz ist der Meinung, dass der wachsende Energiebedarf nur in begrenzten Rahmen mit neuen Anlagen zu decken ist. Vielmehr muss erst das bestehende Potenzial zur Reduktion der Energieverschwendung und zur Effizienzsteigerung ausgeschöpft werden.

Was wir tun:

  • Bewusstsein schaffen: Wir wenden uns mit kreativen und konstruktiven Denkanstössen im Bereich der Erschliessung von Gebirgsräumen an die Öffentlichkeit. Dies in Form von Medienarbeit (Medienecho), Social Media (Facebook, Instagram, Youtube), Newsletter, Podiumsdiskussionen, Filmvorführungen und Tagungen (Link zu Veranstaltungen) und Publikationen.
  • Fordern: Mit öffentlichen Aktionen machen wir aufmerksam auf Infrastruktur, welche die Erschliessung der Bergwelt übermässig vorantreibt.
  • Eingreifen: Wenn Erschliessungsprojekte im Widerspruch zu rechtlichen Bestimmungen stehen, unverhältnismässig sind oder sensible Gebirgsräume gefährden, nutzt Mountain Wilderness Schweiz das Verbandsbeschwerderecht.
  • Vernetzen: Mountain Wilderness Schweiz arbeitet mit national und international tätigen Natur- und Umweltschutzorganisationen zusammen. Gemeinsam diskutieren wir die Notwendigkeit vom Bau neuer Infrastrukturen und fördern einen nachhaltigen Umgang mit bestehenden Ressourcen.
  • Projekte: Skigebietsverbindung Andermatt-Sedrun, Eiger-Express-Projekt in Grindelwald, Schneeparadies (Verbindung Engelberg – Melchsee Frutt, in Planung) u.v.m.

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