Mountainbike

Für Mountain Wilderness Schweiz ist Mountainbiken nicht grundsätzlich zu kritisieren. Mountainbiker bewegen sich aus eigener Kraft in den Bergen und bleiben in den allermeisten Fällen auf Wegen und vordefinierten Trails. Damit unterscheidet sich Biken nicht wesentlich von anderen Bergsportarten, die wir befürworten. Wie so oft gilt auch hier: Mountainbiken ja, aber mit Rücksicht.

Für Mountain Wilderness Schweiz gelten folgende Grundsätze:

  • Gemischte Nutzung der Infrastruktur: Wo immer möglich, soll die Nutzung von Mountainbikes auf bestehenden Wegen stattfinden – die Schaffung von separaten Wegnetzen für unterschiedliche Sportarten ist immer mit zusätzlichen landschaftlichen Eingriffen und Störungen des Naturraums verbunden und muss daher eine Lösung für Ausnahmesituationen bleiben. Für die bestehenden Wege gilt: Bikende sollen sich dem Weg anpassen, nicht der Weg an die Bikenden. «Das Können ist des Dürfens Mass», wie bereits Bergsteigerlegende Paul Preuss zu sagen pflegte. Mit gegenseitigem Respekt kommen die verschiedenen Outdoor-Sporttreibenden gut aneinander vorbei. Auf gemeinsam benutzten Wegen hat der/die Langsamste Vortritt. 
  • Sorgfältiger Bau und Unterhalt: So wie beim Klettern mancherorts Routen mit Bohrhaken ihre volle Berechtigung haben, gibt es auch Orte an denen MTB-Pisten und Flow-Trails am richtigen Platz sind. In Freizeit- und Tourismuszonen können solche künstlich geschaffenen Infrastrukturen Übungsräume bieten und zur Kanalisierung der Bikenden beitragen. Sensible und bislang unberührte Gebiete sind tabu. Gut angelegte Strecken fügen sich ins Landschaftsbild ein und reduzieren allfällige Erosionsschäden. Bei der Planung neuer MTB-Infrastruktur müssen möglichst lokalen Akteure beteiligt sein. Die Verantwortlichkeiten und Gelder für den Unterhalt sowie für Rückbau und Renaturierung müssen feststehen.
  • Verantwortungsvolle Ausübung: Wie bei allen Bergsportarten gilt, dass auch Tiere und Pflanzen respektiert werden. Querfeldein-Mountainbiken beispielsweise über eine Wiese oder quer durch den Wald ist nicht verantwortungsbewusst. Da wildlebende Tiere in der Nacht besonders störungsanfällig sind, sollte auf das nächtliche Biken im Wald oder anderen Gebieten mit störungsanfälligem Wildbestand verzichtet werden. Auch auf fix installierte Beleuchtung der Pisten und Routen in naturnaher Umgebung ist zu verzichten. 
  • Kleiner Fussabdruck und lokale Wertschöpfung: Am klimafreundlichsten erfolgt Mountainbiking ab der eigenen Haustüre. Für Touren in entferntere Gebiete sollten möglichst mehrtägige Aufenthalte mit Übernachtung in einem lokalen Gasthaus im Tal oder einer Berghütte ins Auge gefasst werden. Die einfache Mitnahme des MTBs in immer mehr öffentlichen Verkehrsmitteln erlaubt eine Anreise ohne Auto und eine flexible Routenwahl. 
  • E-Mountainbikes: Der Einsatz von E-Mountainbikes macht für uns dann Sinn, wenn sie Autos ersetzen. Warum nicht gleich die Anreise ins Berggebiet per Velo unternehmen? Kritisch wird es jedoch, wenn E-Mountainbikes normale MTBs ersetzen, ohne dass gute Gründe (z.B. zunehmendes Alter oder körperliche Beeinträchtigung) vorliegen. Ein Motor bedeutet weniger Mühe und macht es möglich, mit demselben Kraftaufwand weiter in die Natur vorzudringen. Wenn es um blosse Konsumsteigerung geht, sagen wir Nein zum E-MTB. Auch E-MTBs mit Motorleistung über 500 Watt lehnen wir grundsätzlich ab.
  • Ausrüstung: Auch im Bikesport ist die Ausrüstung ein wichtiges Thema in Sachen Nachhaltigkeit. Die Industrie zeigt hier bislang kaum Bemühungen. Warum nicht beim nächsten Kauf mal nachfragen, wo das Aluminium für den Rahmen herkommt, oder ob das Carbon-Bike auch rezykliert werden kann? Second-Hand bleibt auch beim Bike-Kauf die nachhaltigste Variante und der Gebrauchtmarkt ist riesig. 
  • Helibiking: Seit 2018 bieten einige Tourismusdestinationen mit Helibiking das Sommer-Pendant zum Heliskiing an. Ebenso wie die Winterversion ist Helibiking für uns ein abolutes No-Go und geradezu symbolisch für die Ignoranz gegenüber den Umweltproblemen unserer Zeit. Mountain Wilderness wehrt sich vehement gegen derart respektlose Praktiken, welche der Natur und einem sanften Tourismus schaden. 

Was wir tun:

  • Bewusstsein schaffen: Wir wenden uns mit kreativen und konstruktiven Denkanstössen im Bereich Bergsport an die Öffentlichkeit. Dies in Form von Medienarbeit (Medienecho), Social Media (Facebook, Instagram, Youtube), Newsletter, Podiumsdiskussionen, Filmvorführungen und Tagungen und Publikationen.
  • Fordern: Mit öffentlichen Aktionen machen wir aufmerksam auf Aktivitäten und Infrastruktur, welche die Bergwelt nachhaltig schädigen (z.B. Helibiking).
  • Eingreifen: Bei Aktivitäten, die im Widerspruch zu rechtlichen Bestimmungen stehen oder sensible Gebirgsräume gefährden, nutzt Mountain Wilderness Schweiz das Verbandsbeschwerderecht.
  • Vernetzen: Mountain Wilderness Schweiz arbeitet mit national und international tätigen Natur- und Umweltschutzorganisationen zusammen. Gemeinsam fördern wir einen Bergsport, welcher die Bergnatur mit Respekt behandelt.

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