Clean Climbing

KLETTERN OHNE SPUREN

Clean Climbing ist Klettern mit mobilen Sicherungsmitteln. Es wird auch „selber Absichern“, „Klettern ohne Bohrhaken“ oder „Trad Climbing“ genannt. Dabei werden alle Sicherungsmittel wie Klemmkeile, Klemmgeräte (Camalots, Friends), Schlingen, etc. vom vorsteigenden Kletterer angebracht und vom nachsteigenden Kletterer wieder entfernt. Ziel ist, dass der Fels nach der Begehung möglichst keine Spuren aufweist.

NICHT BESSER, ABER ANDERS

Clean Climbing ist nicht besser als Klettern mit Bohrhaken – sondern einfach anders. Es verlangt etwas mehr Einsatz: Die Kletterlinie suchen, klettern, Zwischensicherungen legen, Stand bauen, alles wieder mitnehmen. Einigen gefällt das, anderen nicht. Gut so; die Vielfalt macht den Bergsport ja auch erst attraktiv.

„PLAISIR“ IST AUCH OHNE BOHRHAKEN MÖGLICH

Dank immer besseren mobilen Sicherungsgeräten können heute auch durchschnittlich begabte Kletterer sicher ohne Bohrhaken unterwegs sein. Clean Climbing ist kein Extremsport. Es braucht lediglich Selbstverantwortung, etwas Übung, und die Lust, sich mit scheinbar unberührtem Fels auseinander zu setzten.

TIEFE ERLEBNISSE – FERIEN FÜR DAS HERZ

Sich selber einen Weg suchen, sich wie ein Erstbegeher fühlen, keine Spuren hinterlassen - Clean Climbing ist Freude an ursprünglicher Natur, an Selbstverantwortung und die unmittelbare Freiheit die letzten Wildnisinseln der Berge zu erleben. Es sind Ferien für das Herz – nichts weist einem den Weg, keine Spuren erinnern an den Alltag unserer Zivilisation.

KEEPWILD!

Noch gibt es sie – diese wilden, ursprüngliche Felslandschaften ohne menschliche Spuren. Doch gut zugängliche, nicht eingerichtete Routen sind selten geworden. Diese gilt es zu erhalten, damit auch nachfolgende Generationen eine vertikale Wildnis erleben können. mountain wilderness setzt sich ein für eine breite Kletterkultur in der Schweiz, in der alle Spielformen des Kletterns einen Platz am Berg haben – keepwild!

BEGRENZTE RESSOURCE FELS

Die Ressource Fels ist begrenzt. Als Kletterer und noch mehr als Sanierer und Erschliesser von bisher unberührten Felslandschaften haben wir eine besondere Verantwortung, damit die letzten Wildnisinseln unserer Berge auch wirklich wild bleiben. Richten wir eine Route mit Bohrhaken ein, werden die Spuren und möglicherweise die Folgen davon auch noch in hundert Jahren sichtbar sein. Auch kommende Generationen haben das Bedürfnis, ursprüngliche Landschaften zu erfahren und für sich zu entdecken. 

ZU GAST IN DER WILDNIS

Wir sollten uns bewusst sein, dass wir beim Klettern in wilder, ursprünglicher Natur zu Gast sind und dass wir respektvoll mit diesem raren Gut umgehen müssen. mountain wilderness befürwortet eine breite Kletterkultur - Plaisirklettern und Clean Climbing haben nebeneinander Platz. Wir setzten uns für eine breit abgestützte Diskussion ein, wo und in welcher Form geklettert werden soll und wie stark Zustiegswege zu den einzelnen Gebieten ausgebaut werden. Wir sind überzeugt, dass nur mit einem breit abgestützten Konsens eine zielführende Entwicklung (für die verschiedenen Nutzergruppen) erreicht werden kann.

VERANTWORTUNGSBEWUSSTSEIN STATT VERBOTE

Für mountain wilderness sind rigorose Verbote der falsche Weg. Der Mensch soll die Möglichkeit haben, die Wildnis und die Natur zu erleben, er soll nicht von ihr ausgeschlossen sein. Dies bedingt einen verantwortungsvollen Umgang mit unseren Bergen, anstatt sie mit der Bohrmaschine und der Brechstange den menschlichen Bedürfnissen anzupassen.

Die Erstbegehungs- und Sanierungs- Charta für Felsklettertouren und die Merkblätter "Klettern & Natur" beinhalten Vorschläge, was wir unter einem nachhaltigen Umgang mit unseren Bergen verstehen. Wir freuen uns auf eine angeregte Diskussion und würden uns wünschen, dass in Zukunft verantwortungsbewusste Alpinisten diese Verhaltensrichtlinien respektieren und ihre Umsetzung fördern. 

MANIFESTO DELL'ALPE SPLUGA — KEEWILD! CLIMBING DAYS 2013

Herbsttage wie aus dem Bilderbuch. Goldene Grashänge, ein tiefblauer Himmel und eine glasklare Sicht auf die Walliser 4000er - die Alpe Spluga (1838 m) und die sie umgebenden felsigen Berge zeigten sich während der keepwild! climbing days 2013 von ihrer besten Seite. Vier Tage lang kletterten zwanzig Teilnehmer oberhalb des Valle Maggia im traditionellen Stil und zeigten vorbildlich auf, wie man Bergsport im Einklang mit der Natur erleben kann – festgehalten haben wir unseren Ansatz im «Manifesto dell’Alpe Spluga», welches von den über 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus dem In- und Ausland einstimmig verabschiedet wurde.

Manifest auf Deutsch

Manifesto auf Italienisch

ERSCHLIESSEN & SANIEREN

Noch gibt es sie – diese wilden, ursprüngliche Felslandschaften ohne menschliche Spuren. Doch gut zugängliche, nicht eingerichtete Routen sind selten geworden. Diese gilt es zu erhalten, damit auch nachfolgende Generationen eine vertikale Wildnis erleben können.mountain wilderness setzt sich für eine breite Kletterkultur in der Schweiz ein, in der alle Spielformen des Kletterns einen Platz am Berg haben und wünscht sich einen offenen Diskurs mit allen Beteiligten, d.h. mit Kletterern, Erstbegehern, Sanierern, Behörden, Institutionen und Vereinen – keepwild!

KLETTERN & NATUR

Wir sind Gast und zugleich auch Bestandteil der Natur. Ein respektvoller Umgang mit der Natur ist Grundvoraussetzung für den Fortbestand unserer Zivilisation und den Erhalt unserer ursprünglichen Landschaften. Differenzierte Kletterregelungen, welche situativ an die jeweiligen Standorte angepasst sind, fördern das Miteinander von Flora, Fauna, Kletterern, Naturschutzverbänden, Anwohnern und Behörden. In diesem Sinne sensibilisiert und unterstützt mountain wilderness alle Beteiligten und engagiert sich für die herausfordernde Aufgabe, „Schutz und Nutzen“ unserer Felslandschaften zu vereinen. 

Film