Tourismus

Mountain Wilderness Schweiz setzt sich ein für einen Tourismus, der naturverträglich und zukunftsfähig ist. Aktivitäten im Gebirge müssen die Grenzen der Natur respektieren – genauso wie er sozial verträglich sein muss. Eine intakte Bergnatur ist die wichtigste Grundlage für den Tourismus.

Für Mountain Wilderness Schweiz gelten folgende Grundsätze:

  • Wettrüsten: Im Kampf um Gästezahlen steigt das Angebot in vielen Tourismusdestinationen explosiv – oft durch zunehmend kapital- und materialintensive Anlagen und in keinem Verhältnis zur aktuellen Nachfrage. Mountain Wilderness Schweiz warnt vor steigenden Investitionen in Überkapazitäten und lehnt Neuerschliessungen und Erweiterungen in neue Geländekammern entschieden ab. Neue Projekte gilt es in jedem einzelnen Fall aus ökologischer wie ökonomischer Sicht kritisch abzuwägen.
  • Anpassungsfähigkeit: Je grösser die Tourismusregionen, desto grösser das Investitionsvolumen und desto kleiner die Anpassungsfähigkeit an wechselnde Bedingungen. Besonders der aktuelle Wintertourismus ist gefangen in einer Investitionsspirale, welche blind macht für Alternativen. Eine Entwicklung, die vor dem Hintergrund des Klimawandels immer kritischer wird. Mit derselben Strategie – sprich der Investition in attraktive Bauwerke – nun auf den Sommertourismus zu setzen, kann sich als Trugschluss erweisen. Mountain Wilderness Schweiz heisst Projekte gut, welche ihr Angebot im Bewusstsein des kommenden Wandels anpassen.
  • Verbauung: Um stetig neue Kundensegmente in die Berge zu locken, wird die Infrastruktur auf immer materialintensivere Weise ausgebaut. Die Landschaft dient oft nur mehr als Kulisse und für den Gast wird zusehends die Attraktion selbst zum Ziel. Mountain Wilderness Schweiz setzt sich gegen eine unnötige Möblierung der Alpen ein sowie für einen Rückbau von touristisch nicht mehr genutzten Anlagen.
  • Schutz von Natur- und Kulturlandschaft: Schutzgebiete und extensiv genutzte Kulturlandschaften leisten einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt. Die touristische Entwicklung hat besonders auf die sensiblen Naturräume der Alpen schwerwiegende Auswirkungen. Mountain Wilderness Schweiz befürwortet eine gezielte Lenkung des Touristenstroms sowie das bewusste Festlegen von Ruhezonen und Schutzgebieten. Dadurch sollen natürliche, dynamische Prozesse erhalten und gefördert werden.
  • Kultur: Die Ausrichtung auf den Massentourismus führt zu einer zunehmenden Vereinheitlichung der Architektur in Berggebieten. Dadurch gehen traditionelle Ortsbilder verloren und werden ersetzt durch kitschige, stereotypische Bauten. Des Weiteren sind Kulturlandschaften neben ihrem ökologischen Nutzen auch ein wichtiger Teil der regionalen Identität. Traditionelle Ortsbilder sind daher zu schützen und zu erhalten. Es gilt, den Tourismus in die lokale und regionale Kultur zu (re)integrieren, anstatt zu versuchen, Kultur auf den Tourismus zuzuschneiden.
  • Zersiedelung: Mountain Wilderness Schweiz hält Tourismusdestinationen dazu an, ihren Schwerpunkt nicht auf Zweitwohnungen und damit das Entstehen von «Geisterdestinationen» zu legen. Dahingegen soll auf Pensionen und Hotels gesetzt werden, damit lokal qualitative Arbeitsplätze entstehen.
  • Regionale Wirtschaft: Die zunehmende Vereinheitlichung der Tourismusdestinationen führt dazu, dass das Angebot sich nach den Vorlieben der grossen Masse ausrichtet. Je grösser der Betrieb, desto breiter kann auch das Angebot sein. Regionaler Nischentourismus wird ersetzt durch die Möglichkeit, in einigen grossen Zentren alles auf einmal konsumieren zu können. Kleinstrukturen verschwinden, Arbeitsgrundlagen gehen verloren und die Täler entleeren sich. Mountain Wilderness  Schweiz unterstützt Bestrebungen zur Erhaltung des Kleingewerbes sowie zur Förderung des Langsamtourismus. 
  • Tagestourismus: Mehrwöchige Ferienaufenthalte sind eine Seltenheit geworden, der Grossteil der Touristen verbringt nur noch einzelne Tage an den jeweiligen Destinationen. Dies führt zu einem wachsenden Verkehrsaufkommen sowie steigenden Abgas- und Lärmemissionen. Mountain Wilderness Schweiz unterstützt daher Bestrebungen zur Verringerung des Tagestourismus.
  • Anreise: Angebote zur Förderung des öffentlichen Verkehrs sowie der Verringerung des lokalen Verkehrsaufkommens werden von Mountain Wilderness Schweiz begrüsst und gefördert. Dazu gehören
    verkehrsberuhigende Massnahmen, eine restriktive Regelung des motorisierten Verkehrs oder Initiativen wie beispielsweise Sammel-Taxis oder Rufbusse. Mit dem Projekt AlpenTaxi stellt Mountain Wilderness Schweiz eine mobile Übersichtskarte zur Verfügung, womit lokale Verkehrsangebote lokalisiert werden können.

Was wir tun:

  • Netzwerk: Mountain Wilderness Schweiz arbeitet mit national und international tätigen Natur- und Umweltschutzorganisationen zusammen, um gemeinsam einen zukunftsfähigen, ökologisch und sozial ausgerichteten Tourismus zu fördern.
  • Information: Zweimal im Jahr erscheint unser Mitgliedermagazin Wildernews, worin wir uns regelmässig Themen rund um den Alpenschutz widmen. Über das aktuelle Geschehen informieren wir in unserem Newsletter, der alle zwei Monate erscheint.
  • Sensibilisierung: Mit gezielter Öffentlichkeitsarbeit machen wir auf Problematiken im Alpenschutz aufmerksam. Dies in Form von Interviews in Zeitungen, Radio und Fernsehen sowie in unserem Mitgliedermagazin Wildernews.
  • Einsprache: Mountain Wilderness Schweiz erhebt durch das Verbandsbeschwerderecht Einsprache, wenn touristische Infrastrukturen oder Aktivitäten gesetzeswidrig oder unverhältnismässig sind.