Mountain Wilderness Schweiz
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Der Mont-Blanc des Dames - Le Buet

Der Buet ist einer der schönsten Aussichtspunkte auf dem Montblanc. Fast nirgends ist die Gebirgskette so gewaltig und die Gletscher so nah.

Zeit:In 1 1/2 Tagen
Schwierigkeit:Lange Bergwanderungen und mit – ausser der Normalroute – ausgesetzten, nur zum Teil gesicherten Passagen. Trittsicherheit und gute Kondition sind Voraussetzung
Distanz:je nach Route, siehe unten
:je nach Route, sehe unten
Karte:Samoëns Haut-Giffre, 3530 ET, 1:25'000, Institut géographique national (IGN)
Jahreszeit:Mitte Juni bis Ende September

Reise:

  • Bus bis Emosson. Umsteigen in Finhaut
  • Bahn: Haltestelle in Le Buet. Bahnlinie Martigny–Finhaut–Chamonix
  • Sixt: ab Bahnhof Samoëns: Auskunft Tel. +33 (0)450 34 40 09; www.altibus.com

Route:

Der Buet lässt sich aus allen Himmelsrichtungen besteigen. Von Nordost durch das Vallon de Bérard (Normalroute), von Südwest her von der Montagne d'Anterne oder aber über den Col des Chaux (! weglos und steil, nur im Aufstieg), von West über die Frêtes du Grenier und von Nord vom Emosson-Stausee aus über den Cheval Blanc und die Arête du Nord.

Für das kletternde Publikum empfiehlt sich der rote, kompakte Fels der Aiguilles Rouges. Ganz besonders ans Herz gelegt seien die Clean-Climbing-Routen auf die Aiguille Praz-Torrent in Sichtweite des Vallon de Bérard, die in der neuesten Publikation von Mountain Wilderness keepwild!climbs beschrieben sind.

Schlafen:

  • Refuge de la Pierre � Bérard (1960m); Tel. +33 (0)450 54 63 45; HP Massenlager Euro 28.-
  • Hôtel le Buet (1329m), Le Buet, Tel. +33 (0)450 54 60 05; HP DZ Euro 35.- bis 45.-
  • Cabane du Vieux Emosson (2200m); Tel. +41 (0)27 768 14 21; HP Massenlager Fr. 51.-
  • Refuge du Grenairon (1974m); Tel. +33 (0)450 34 47 31; HP Massenlager Euro 33.-
  • Refuge d'Anterne, A. Wills (1810m); Tel. +33 (0)670 63 12 45; HP Massenlager Euro 33.-
  • Refuge Col d'Anterne (2002m); Tel. +33 (0)450 93 60 43; HP Massenlager Euro 36.-; Zimmer Euro 51.-

Essen und Trinken:

Möglichkeiten zum Einkaufen in Finhaut (cf. www.langsamtourismus.ch) und Sixt.

Weitere Information zu den Wanderungen und Klettereien:

  • www.langsamtourismus.ch enthält eine Zusammenstellung aller lokalen Angebote mit Wanderungen im Schweizer Teil des Mont-Blanc. Eine Dienstleistung von Mountain Wilderness Schweiz.
  • keepwild!climbs. Alpine Genussklettereien in der Schweiz zum selber absichern von Daniel Silbernagel und Christoph Blum. Der Führer ist im Juni 2006 im Panico Alpinverlag in Zusammenarbeit mit Mountain Wilderness erschienen.

Beschreibung:

Der Mont-Blanc wurde erstmals 1786 Balmat, Gämsjäger und Strahler aus Les Bossons und Paccard Arzt aus Chamonix von der Jonction aus besteigen. Ein Jahr später folgte de Saussure. Schon 1806 schaffte es – in den Annalen des Mont-Blanc als neunte Person verzeichnet – die erste Frau, Marie Paradis, eine Magd aus St-Gervais. Sie soll der Legende nach von Bergführerfreunden überredet worden sein: die Hochtour sei beste Werbung, falls sie ein Restaurant für Touristen eröffnen wolle. Sie sollten recht behalten: Die Crèmerie von Marie Paradis gehörte später zum Must der Mont-Blanc Touristen. Die Tour hätte sie übrigens schwerlich selber berappen können. Immerhin blätterte de Saussure 200 Louisdor, auf den heutigen Goldpreis umgerechnete Fr. 35'000.- für seine Expedition auf den Tisch.

Die Annalen des Mont-Blanc nennen für die ersten 70 Jahre 120 Personen, die den Gipfel erreichten. Zwei davon nur waren Frauen: eben Marie Paradis und 1838 Henriette d'Angeville. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Frauen in tiefere Lagen verwiesen. Denn die medizinische Männerwelt fand, dass das Bergsteigen der Gesundheit der Frauen und im speziellen ihrer Gebärmutter schade. Sie widmeten den Frauen den Buet, ein Gipfel von 3096 Metern Höhe, 21 km nördlich des Mont-Blanc. Von hier aus sollten sie die Männer im Aufstieg auf den Mont-Blanc beobachten. So jedenfalls interpretiert die Wirtin des Buet-Hotels den Übernamen des Buet, Mont-Blanc des Dames.

Herzlichen Dank, wenn denn Berge gewidmet werden könnten: Der Buet ist wohl der schönste Aussichtsberg mit der weitesten Sicht über das Massiv. Sie reicht von den nördlichsten Gipfeln und Gletschern, dem Trient-Massiv, über die Aiguille Verte und die Aiguilles de Chamonix bis zum Hauptgipfel mit – im Vordergrund – der nördlichen Rückseite des Aiguilles-Rouges-Massivs. Im Westen schliessen sich Fiz- und Aravis-Massiv an. Weiter hinten leuchten an schönen Tagen die Walliser und Berner Alpen und die Gipfel der Ecrins. Sogar die Chartreuse und der Vercors ist ausmachen. Einfach toll!