Mountain Wilderness Schweiz
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Keine Schleudertrainings auf dem Flüelapass und dem Schottensee

Skitourengänger und Winterwanderer freuten sich: Mit der Eröffnung des Vereinatunnels kehrte die Winterruhe auf dem Flüelapass ein. Umweltschützer lobten den Entscheid und sprachen von einem Gewinn für Natur und Landschaft. Seit 2004 jedoch braucht BMW den Flüelapass zu Trainingsfahrten – Veranstalter sind Davos Services GmbH, eine Tochterfirma von Davos Tourismus. Bis und mit 2013 durften auf über 2000 Metern Höhe die Fahrer auf Eis das Schleudern lernen.

Mountain wilderness wehrte sich zusammen mit Pro Natura Graubünden, WWF Graubünden, VCS Graubünden und der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz seit 2006 gegen diese motorisierte Nutzung der Passstrasse. Dank dem stetigen und konsequenten Druck seitens der Umweltschutzorganisationen finden nun ab Winter 2014/2015 keine Fahrtrainings mehr auf dem Schottensee statt – ein Erfolg für die Umwelt.

2014

Im Oktober 2014 konnte eine Vereinbarung mit Davos Services GmbH und den Umweltschutzorganisationen unterzeichnet werden. Vereinbart wurde, dass der Schottensee zukünftig weder für Winterfahrtrainings noch für anderweitige Veranstaltungen genutzt wird. Hingegen soll die Flüelapassstrasse weiterhin für die Winterfahrtrainings genutzt werden dürfen, sofern sich Dauer, Art der Benützung und Bearbeitung, Bewerbung oder Installationen nicht intensivieren. Ausserdem werden die Umweltschutzorganisationen nicht gegen eine Fläche bei Tschuggen opponieren, sofern eine Bewilligung seitens des Kantons vorliegt und keine Schutzgebiete tangiert werden. Für die Umwelt und die Umweltschutzorganisationen ist der längerfristige Verzicht auf die Nutzung des Schottensees sehr positiv zu werten.

2013

Mit einer Demonstration nimmt mountain wilderness das Thema erneut auf – insbesondere, weil der Nutzungsvertrag zwischen Davos Services GmbH und dem Kanton für die kommende Zeit verlängert werden müsste. Gleichzeitig fordert mountain wilderness, erneut nach alternativen Standorten zu suchen oder für die Nutzung des Schottensees eine rechtlich notwendige Baubewilligung (Bauen ausserhalb der Bauzone) einzuholen. Davos Services GmbH reicht ein solches Gesuch ein, worauf die Umweltschutzorganisationen dagegen in einem öffentlichen Verfahren Stellung nehmen und den Nutzungsverzicht des Schottensees fordern. 

Dezember 2011

Auf Anfrage bestätigt das Tiefbauamt Graubünden, dass die Standortabklärung keine Lösung gebracht hätte. Die drei Alternativstandorte würden sich nicht eignen. Die Einsicht der Akte wird Mountain Wilderness nicht gewährt.

Januar 2010

Der Kanton Graubünden stellt die Weichen auf Grün. Die Winternutzung der Flüela-Passstrasse zum Schleudertrainig für solvente BMW-Kunden soll weitergehen. Der Druck der Verbände hat aber doch dazu geführt, dass

  • die Bewilligung nur für ein weiters Jahr erteilt wird.
  • die Benützungsdauer auf max. 40 Tage reduziert ist sowie Sonn- und Feiertage bei der Benützung ausgenommen sind.
  • die Davos Services GmbH für den Winter 2010/2011 den Verzicht auf die Nutzung des Schottensees bzw. die Nutzung eines Alternativ-Standorts zu prüfen hat.

Februar 2009

Am Freitag 13. Februar 2009 zur Eröffnung der neuen BMW-Saison am Flüelapass demonstriert Mountain Wilderness einmal mehr gegen die Nutzung des Flüelapasses für BMW-Trainingsfahrten und Schleudertrainings auf dem Schottensee. Die Bündner Umweltorganisationen unterstützen die Aktion.

Januar 2007

Die Umweltorganisationen VCS Graubünden, Pro Natura Graubünden, WWF Graubünden und Mountain Wilderness Schweiz gelangten im Januar 2007 in einer gemeinsamen Stellungnahme an den Davoser Landammann Hans-Peter Michel und fordern ein naturverträgliches Gesamtkonzept für das Flüelatal. Der Verzicht auf eine motorisierte Nutzung der Passtrasse und des Schottensees durch BMW-Fahrtrainings ist integrativer Bestandteil der Diskussion. Die vier Forderungen der Umweltorganisation:

  • Grundlegende Diskussion eines Alternativprogramms und eines Gesamtkonzepts für das Flüelatal.
  • Der Kompromissvorschlag der Umweltorganisationen mit der Nutzung der Passstrasse für die BMW-Fahrtrainings und Prüfung des Verzichts auf die Nutzung des Schottensees.
  • Zeitlich beschränkte Nutzung der Flüelapassstrasse durch BMW soll die Anzahl von 45 Tagen pro Winter.  Sonntage sollen konsequent autofrei bleiben.
  • Allfällige zukünftige Verträge über die Vermietung der Flüelapassstrasse sollen eine Vertragsdauer von maximal 3 Jahren nicht überschreiten. Nach Ablauf eines Vertrags und vor Unterzeichnung eines neuen sind jeweils ausführliche Evaluationen der Nutzungen und der Folgen durchzuführen.

Der durch den Landammann einberufenen Runden Tisch bleib erfolglos. Weder die Behörden noch der Tourismus sind zum Gespräch bereit.

August 2006: Petition gegen die BMW-Schleudertrainings

Die «Petition gegen die Vermietung der Flüelapassstrasse während der Wintersperre» wird am 31. August mit 1'500 Unterschriften vor dem Grauen Haus in Chur überreicht werden. Oberingenieur Heinz Dicht vom kantonalen Tiebaumt übernimmt im Auftrag des Regierungsrates Stefan Engler die Petition z.H. der Bündner Regierung. Anwesend sind weiter der Initiant Hans Fankhauser und VertreterInnen der unterstützenden Umweltorganisationen.

Februar 2006

Mountain Wilderness demonstriert im Februar 2006 am Flüelapasses für BMW-Trainingsfahrten. Die Aktion findet am Mittwoch 15. Februar parallel zum VIP-Anlass von BMW-Schweiz und Davos Tourismus statt. Die Vertreter von Mountain Widlerness und der Bündner Umweltorganisationen fordern mit der Aktion mehr Ruhe in den Bergen  und den Verzicht auf die motorisierte, winterliche Nutzung des Passes.