Keine Schleudertrainings auf dem Flüelapass und dem Schottensee
Skitourengänger und Winterwanderer freuten sich: Mit der Eröffnung des Vereinatunnels kehrte die Winterruhe auf dem Flüelapass ein. Umweltschützer lobten den Entscheid und sprachen von einem Gewinn für Natur und Landschaft. Seit einigen Jahren jedoch braucht BMW den Flüelapass zu Trainingsfahrten. Dazu gekommen ist es durch einen Handel mit Davos Tourismus und dem Kanton Graubünden, die die Passstrecke an den Autohersteller für einen Schleuderpreis von Fr. 9'000.- plus niedriger Tagespauschale vermieten. Seither fahren die Autos in Kolonnen über die Passstrasse zum Schottensee hinauf. Hier, auf über 2000 Metern Höhe dürfen die Fahrer auf Eis das Schleudern lernen. Davos Tourismus spricht von einem ökonomischen Erfolg.
Mountain Wilderness wehrt gegen diese motorisierte Nutzung der Passstrasse. Das Vorgehen des Kantons Graubünden ist für uns unverständlich und nicht zeitgemäss.
Dezember 2011
Auf Anfrage bestätigt das Tiefbauamt Graubünden, dass die Standortabklärung keine Lösung gebracht hätte. Die drei Alternativstandorte würden sich nicht eignen. Die Einsicht der Akte wird Mountain Wilderness nicht gewährt.
Januar 2010
Der Kanton Graubünden stellt die Weichen auf Grün. Die Winternutzung der Flüela-Passstrasse zum Schleudertrainig für solvente BMW-Kunden soll weitergehen. Der Druck der Verbände hat aber doch dazu geführt, dass
- die Bewilligung nur für ein weiters Jahr erteilt wird.
- die Benützungsdauer auf max. 40 Tage reduziert ist sowie Sonn- und Feiertage bei der Benützung ausgenommen sind.
- die Davos Services GmbH für den Winter 2010/2011 den Verzicht auf die Nutzung des Schottensees bzw. die Nutzung eines Alternativ-Standorts zu prüfen hat.
Februar 2009
Am Freitag 13. Februar 2009 zur Eröffnung der neuen BMW-Saison am Flüelapass demonstriert Mountain Wilderness einmal mehr gegen die Nutzung des Flüelapasses für BMW-Trainingsfahrten und Schleudertrainings auf dem Schottensee. Die Bündner Umweltorganisationen unterstützen die Aktion.
Januar 2007
Die Umweltorganisationen VCS Graubünden, Pro Natura Graubünden, WWF Graubünden und Mountain Wilderness Schweiz gelangten im Januar 2007 in einer gemeinsamen Stellungnahme an den Davoser Landammann Hans-Peter Michel und fordern ein naturverträgliches Gesamtkonzept für das Flüelatal. Der Verzicht auf eine motorisierte Nutzung der Passtrasse und des Schottensees durch BMW-Fahrtrainings ist integrativer Bestandteil der Diskussion. Die vier Forderungen der Umweltorganisation:
- Grundlegende Diskussion eines Alternativprogramms und eines Gesamtkonzepts für das Flüelatal.
- Der Kompromissvorschlag der Umweltorganisationen mit der Nutzung der Passstrasse für die BMW-Fahrtrainings und Prüfung des Verzichts auf die Nutzung des Schottensees.
- Zeitlich beschränkte Nutzung der Flüelapassstrasse durch BMW soll die Anzahl von 45 Tagen pro Winter. Sonntage sollen konsequent autofrei bleiben.
- Allfällige zukünftige Verträge über die Vermietung der Flüelapassstrasse sollen eine Vertragsdauer von maximal 3 Jahren nicht überschreiten. Nach Ablauf eines Vertrags und vor Unterzeichnung eines neuen sind jeweils ausführliche Evaluationen der Nutzungen und der Folgen durchzuführen.
Der durch den Landammann einberufenen Runden Tisch bleib erfolglos. Weder die Behörden noch der Tourismus sind zum Gespräch bereit.
August 2006: Petition gegen die BMW-Schleudertrainings
Die «Petition gegen die Vermietung der Flüelapassstrasse während der Wintersperre» wird am 31. August mit 1'500 Unterschriften vor dem Grauen Haus in Chur überreicht werden. Oberingenieur Heinz Dicht vom kantonalen Tiebaumt übernimmt im Auftrag des Regierungsrates Stefan Engler die Petition z.H. der Bündner Regierung. Anwesend sind weiter der Initiant Hans Fankhauser und VertreterInnen der unterstützenden Umweltorganisationen.
Februar 2006
Mountain Wilderness demonstriert im Februar 2006 am Flüelapasses für BMW-Trainingsfahrten. Die Aktion findet am Mittwoch 15. Februar parallel zum VIP-Anlass von BMW-Schweiz und Davos Tourismus statt. Die Vertreter von Mountain Widlerness und der Bündner Umweltorganisationen fordern mit der Aktion mehr Ruhe in den Bergen und den Verzicht auf die motorisierte, winterliche Nutzung des Passes.


