Mountain Wilderness Schweiz
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Stop Heliskiing-Demo 2006

Die Stop Heliskiing-Demo wurde in diesem Jahr mit der Unterstützung von SAC-Sektionen auf insgesamt drei Gebirgslandeplätzen durchgeführt:

  • Ebnefluh
  • Petersgrat
  • Pigne d'Arolla, organisiert durch die SAC-Sektion Biel

So schön kann protestieren sein: Tourenbericht von der Ebne Fluh

Thomas und ich sind durch das tief verschneite Lötschental zur Hollandiahütte aufgestiegen. Grad als wir den Lötschenpass erreichten, hat die Gruppe, die vom Jungfraujoch/Konkordiaplatz her kam den letzten Hang vor der Hütte durchquert. Mit wehenden Fahnen in den letzten Strahlen der untergehenden Sonne. Das sah beeindruckend schön aus.

Am anderen Morgen war es dann etwas kalt, bis wir uns in Bewegung setzen konnten. Eine Gruppe von 20 Personen braucht ein Weilchen, bis alles paletti ist, jedes Fell klebt, die Fahne optimal fixiert und das Plätzli im Tausendfüssler gefunden ist. Resu hat ein gutes Tempo vorgelegt. Trotz der Höhe hat der Schnauf noch für das eine oder andere Schwätzli gereicht. Und für das geniessen des Sonnenaufgangs: Zuerst hat die Ebenefluh einen roten Kopf bekommen, dann hat die Sonne auch uns hinter dem Finsterhaarhorn hervor angeblinzelt.

Und schon kamen die ersten Helis. Resu reagierte mit einer Tempoverschärfung. Rasch haben wir den Helilandeplatz erreicht, haben die Rucksäcke deponiert und die Transparente ausgebreitet. Halt, zuerst noch die Sturmausrüstung anziehen - eine steifer Wind aus Süden hat dafür gesorgt, dass wir die warmen Sachen nicht vergeblich rauf getragen haben.

Der Wind sorgt für die gute Lesbarkeit des Transpis. Der Druck ist beträchtlich. Schade, dass es ausgesprochen wenig Publikum hatte: Flughelfer und Heliskier waren die einzigen, die unseren Protest live mitverfolgen durften. Für das grössere Publikum haben unsere talentierten Fotografen dramatische Schnappschüsse gemacht. So, wie es die Presse haben will. Mit entschlossenen Gesichter im Vordergrund und schneeaufwirbelndem Heli knapp darüber.

Es ist halt so, dass wir nur über die Medien ein breiteres Publikum auf unser Anliegen aufmerksam machen können. Darum müssen wir die Aktion medienwirksam aufziehen. Das erreichte Echo beweist, das uns das gelungen ist.

Die Demo auf dem Petersgrat konnten wir nicht sehen - nachher haben wir erfahren, dass Ambiente dort weniger garstig war. Gemütlich konnten sie mit Flughelfern und Heliskiern diskutieren.

Die SAC-Sektion Biel auf der Pigne d'Arolla war zu weit weg, dafür konnten wir die Leute vom SAC-Bern auf dem Mittaghorn deutlich sehen. Die Gruppe hat am Vorabend in der Hütte spontan eine Fahne eingepackt und auf dem Gipfel aufgepflanzt. Vielen Dank!

Wegen der Abfahrt muss man eigentlich nicht da hoch steigen. Jedenfalls nicht bei diesem Schnee. Dies als Hinweis für die Heliskier: Wer das Zen des Aufstiegs durch  das Donnern des Helis ersetzt, verpasst das Wichtige. Und verpasst habt ihr auch die angeregten Gespräche mit all den spannenden Menschen, die sich zu "Europas höchster Demo" zusammen finden.

Ein ganz grosses Dankeschön gehört Resu. Er hat die Sache hervorragend gemanaged. Von der Organisation bis zur perfekten Durchführung. Dompteurfertigkeiten sind beim Führen dieser heterogenen und individualistisch geprägten Leute gefragt. Er hat das wunderbar geschafft.

Auf Wiedersehen, Ebnefluh, ciao Aletschhorn, winke winke Petersgrat. Grad sofort werden wir die Helis wohl nicht los. Aber das Bewusstsein, dass die Welt die Natur geerbt hat und nicht die Helis wächst. Wir bleibend ran.

21.3.2005 Beat