Mountain Wilderness Schweiz
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Stop Heliskiing-Demo 2005

Die Stop Heliskiing-Demo 2005 fand gleich auf drei Gebirgsplätzen und mit Unterstützung von drei SAC-Sektionen statt.

  • Ebnefluh gemeinsam mit der SAC-Sektion Biel und der ideellen Unterstützung der JO der Sektion Rinsberg.
  • Petersgrat
  • Sustenlimi, organisiert durch die JO der SAC-Sektion Bern.

Bericht von der Demo auf dem Petersgrat

Die Viertausender der des Berneroberlandes, des Wallis und sogar der Mont Blanc haben sich zusammengetan und für prächtiges Wetter gesorgt. Sie wollten am Sonntag 20. März unsere Demo gegen das Heliskiing nicht verpassen. Für einmal machen wir auf Ebenefluh, Petersgrat und Sustenlimmi den Heli-Touristen das Gebiet streitig. Aus der Pressemitteilung: »Mit einem Manifest und diversen Kundgebungen auf Gebirgslandeplätzen, diefür das Heliskiing angeflogen werden, forderten Mountain Wilderness, die SAC-Sektion Biel und die JO der SAC-Sektion Bern den Verein UNESCO-Weltnaturerbe JAB, die Gemeinden der JAB-Region und die nationalen Behörden dazu auf, ihre Verantwortung für den Schutz dieser einmaligen Gebirgslandschaft wahrzunehmen und die touristische Freizeitfliegerei im Weltnaturerbe zu verbieten.«

Das Bietschhorn hat es gut: Kein Heli stört die Gipfelruhe. Nicht so die Ebnefluh mitten im Weltnaturerbe und der Petersgrat. Für knapp 400 Franken haben sich viele Heliskiier und Snowboarder den »Klassiker der Heliskiabenteuer in der Schweiz« gekauft: »Heliski / Helisnowboard Flug von Gsteigwiler knapp bis unter den Gipfel der Aebnifluh 3962 m.ü.M. Abfahrt auf dem flachen Gletscher bis zur Hollandiahütte (auf Wunsch mit Hüttenapèro). Weiterfahrt über den Langgletscher bis ans Ende der Gletscherzunge. Pickup des Helikopters und Flug auf den Petersgrat.« (Zitat www.grindelwaldsports.ch).

Gestartet zur Demo auf dem Petersgrat sind wir im Skigebiet Lauchernalp. Geführt von Resu nehmen wir den Aufstieg und die Traverse zum Petersgrat unter Skis und Schneeschuhe, mit wehenden Fahnen. Drei haben grad auf dem Petersgrat das Zelt aufgeschlagen - wir andern dürfen auf der kurzen Abfahrt zur Hütte gar ein paar schöne Spuren in den Gletscher ziehen.

Am andern Morgen dann der Wideranstieg zum Petersgrat - schon sind die ersten Helitoursten da, heraufgeflogen von einem Pilatus-Porter. Wir verteilen uns auf die drei Orte, an denen die Helis landen werden. Und dann kommen die Lärmverursacher - wir bringen die Fahnen und das Transpi in Stellung - die Emotionen gehen hoch - Bergführer verteidigen ihr Business – wir plädieren für den nachhaltigen Tourismus. All das im vom Heli aufgewirbelten Schnee, im Gegenlicht, vor einer herrlichen Bergkulisse – »Bravo« rufen die zuschauenden Viertausender.

Frühzeitig wind wir dann die ins Lötschental runter gefahren – wir waren uns zwar sicher, dass der Petersgrat die Lawinen nicht auf uns losgelassen hätte – aber wir wollten den guten Willen der Berggeister nicht auf die Probe stellen.

Wir hoffen, dass den versammelten Viertausendern unsere Aktion gefallen hat – seid gewiss, wir werden der Helilobby weiterhin in die Suppe spucken – schlussendlich hat nicht die Heliindustrie das Weltnaturerbe geerbt, sondern die Mehrheit der Berggänger, die die Gipfel mit fairen Mitteln ersteigen.

 

Beat Schilter