Mountain Wilderness Schweiz
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Wildnishütte des Jahres am Bietschhorn ausgezeichnet

Mit dem «Prix Wilderness» prämiert MW vorbildliche Leistungen zum Schutz der Alpen. 33 Gebirgshütten bewarben sich 2004 für diesen Preis. Siegerin und als «wildeste» Hütte ausgezeichnet wurde die Bietschhornhütte im Lötschental (VS). Am 25./26. Juni 2005 fand die Preisverleihung und Feier auf der Siegerhütte statt.

Bietschhornhütte

Die Preisträgerin ist die kleine, fast ganz aus Holz gebaute Schutzhütte am Fusse des Bietschhorns. Die Bietschhornhütte des Akademischen Alpenclubs Bern (AACB) und ihre Hüttenwartin Anni Imstepf setzen Massstäbe in Sachen Wilderness. Die Hüttenwartin lebt die alpine Tradition vor, mit bewusstem Verzicht auf modernen Komfort. Jede Woche trägt die «wilde» Anni die Frischwaren im Rucksack auf die Hütte. Der AACB vermeidet bewusst den technischen Ausbau, um die Ursprünglichkeit zu bewahren. Verzicht, Sorgfalt, Sensibilisierung und Kreativität sind die Kriterien, die diese Siegerin der Gebirghütten auszeichnet.

Drei Anerkennungspreise

Die Jury hat zusätzlich drei Anerkennungspreise für besondere Leistungen ausgesprochen. Folgende drei Hüttenteams zeigen mit ihrem Engagement, wie wildernessgerechte Bewirtschaftung von Gebirgshütten in der Schweiz verwirklicht werden kann.

  • Pietro Zanoli von der Capanna Nimi betreibt eine Ziegenalp und hilft, mit seinem Engagement ein Stück Kulturlandschaft im oberen Maggiatal zu erhalten. Zerfallene Ställe baute er wieder auf und richtete Schlafgelegenheiten ein. Seine Gäste essen die eigenen oder regionalen Produkte, Polenta und Ziegenkäse
  • Thomas und Marietta Meier-Hodel zeigen auf der Läntahütte bei Vals, was vorbildliche Lenkung der Gäste heisst. Ein professionelles Leitbild wird ebenso umgesetzt. Anleitung zu respektvollem Verhalten in der Natur und ökologische Hüttenbewirtschaftung verstehen sich von selbst
  • Die SAC-Sektion Toggenburg könnte mit der Zwinglipasshütte, an stark frequentierter Lage im Herzen des Alpsteins grosse Umsätze erzielen - wenn sie wollte. Doch verzichtet sie konsequent auf jeglichen Helikoptertransport, bietet daher nur einfache Mahlzeiten und beschränkten Komfort an. Eine alljährliche «Hötteträgete» der Sektionsmitglieder im Frühsommer und ein Turnussystem für die Hüttenbewirtschaftung sorgen für minimale Betriebskosten.