Mountain Wilderness Schweiz
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Seit den späten 90-er Jahren herrscht in den Schweizer Alpen ein Trend zur Neuanlage und erhöhten Nutzung von Klettersteigen – mit Drahtseilen, Leitern, Trittbügeln, Brücken und Tyroliennes werden Felswände zu durchgehend gesicherten, vertikalen Bergwegen, welche ohne grosse alpinistische Vorkenntnisse begangen werden können. Dies kann zu einer erhöhten Belastung der Felsflora führen und Wildtiere in ihren Rückzugsräumen stören. Die Anlage von Klettersteigen führt auch immer wieder zu Nutzungskonflikten mit Kletterern, derer bestehende Routen durch neue Klettersteige beeinträchtigt werden.

Qualitativer Ausbau statt immer mehr Klettersteige

Seit Ende der 1990er Jahre hat sich die Anzahl der Klettersteige in der Schweiz von einem Dutzend auf mittlerweile 75 Eisenwege vervielfacht (Stand: 2013). Dieser Trend folgt weiterhin einem linearen Anstieg mit ca. 2-3 neuen Klettersteigen pro Jahr. mountain wilderness fordert eine Gesamtstrategie und einen qualitativen Ausbau hinsichtlich Naturverträglichkeit, Sicherheit und Attraktivität.

Der Gipfel der Verdrahtung

An der nationalen Plattform zum Thema Klettersteige im Sommer 2005 legte der SAC eine Charta vor. mountain wilderness unterstützt die Forderungen der Charta, unterzeichnetete diese jedoch nicht da die in der Charta genannte maximale Anzahl von 100 Klettersteigen als zu hoch betrachtet wurde. Damals waren es 40, mittlerweile hat sich Anzahl annährend verdoppelt. Die Dokumentation «Der Gipfel der Verdrahtung» aus dem Jahr 2013 greift diese Thematik erneut auf und stellt fest, das in den vergangenen fünf Jahren mehr als 100 neue Klettersteige in den Österreichischen, Schweizer und Deutschen Alpen errichten wurden. Alpenweit sind es mittlerweile weit über 1000 - für mountain wilderness ist an der Zeit innezuhalten und über die weitere Entwicklung in der Schweiz nachzudenken.