Mountain Wilderness Schweiz
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03.05.2013 Kategorie: Stop Heliskiing

Zermatter Einzelinteressen gegen Schutzgedanken des Bundes

Der Zermatter Gemeinderat „täubelet“ – weil die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission in einem Gutachten festhält, dass Heliskiing nicht mit den Schutzzielen des BLN-Gebietes Dent-Blanche – Matterhorn – Monte Rosa vereinbar ist (BLN = Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung). Dies ist aber kein Wunder: Gemeindepräsident Christoph Bürgin sitzt im Verwaltungsrat der Air Zermatt und Gerold Biner, Direktor der Air Zermatt, sitzt wiederum im Zermatter Gemeinderat.

Der Gemeinderat behauptet, die Schutzziele zum BLN seien frei erfunden. Dies ist nicht wahr – im Gegenteil. Schon 1977 wurden die Gefährdungen der BLN Gebiete explizit festgehalten, darunter auch die „Sport, Touristik und Privatfliegerei“. Dass Schutz direkt damit verbunden ist, Gefährdungen zu minimieren, ist logisch.

Und zweitens – auch wenn es bereits einige Jahrzehnte zurückliegt: Zum Entscheid, dass das entsprechende BLN-Gebiet überhaupt geschaffen wurde, hat der Zermatter Gemeinderat selbst beigetragen. Die Unterschutzstellung des Gebietes ist nämlich eine Kompensationsmassnahme für den Bau der Liftanlagen auf das Klein Matterhorn in den 1970er Jahren, welcher der Gemeinderat selbst zugestimmt hat. Der Vergleich zu den Feudalprozessen aus dem 16. Jahrhundert ist also mehr als absurd.

Drittens: Der Kanton Wallis selbst hat in seinem Papier „Touristischen Interessensnachweis“ von Dezember 2011 bestätigt, dass Heliskiing insgesamt ein Nischenprodukt darstellt und für den gesamten Kanton Wallis lediglich 1 Promille der gesamttouristischen Wertschöpfung generiert. Es kann und darf nicht sein, dass ein Schutzgebiet von nationaler Bedeutung wegen solcher Partikularinteressen aufgehoben wird!