Mountain Wilderness Schweiz
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27.03.2012

Wirtschaft vs. Umwelt

Immer wieder werden der Flüelapass und der Schottensee als ideale Orte für winterliche Fahrtrainings bezeichnet – wie auch heute in einem Artikel in der NZZ. Kritische Stimmen, schreibt der Autor darin, seien ruhiger geworden. Kein Wunder, denn der abgetretene Bündner Regierungsrat Engler hat als eine seiner letzten Amtshandlungen die Bewilligung für die Winternutzung der Flüelapassstrasse noch einmal um 3 Jahre verlängert, womit mountain wilderness und anderen Umweltverbänden bis 2013 die Hände gebunden sind.

Der Schottensee befindet sich aber in einer Gewässerschutzzone und speist die Grundwasserquellen für einen Teil der Wasserversorgung von Davos. Die gravierenden Folgen eines Unfalls – beispielsweise mit Fahrzeugbrand – werden wirtschaftlichen Beweggründen vollständig untergeordnet. Die Fahrtrainings würden Davos jedes Jahr zusätzliche 1’000 Logiernächte bescheren, und Umsatz im Wert von einer Million Franken generieren. Allein: Davos weist in seiner Statistik aus dem Jahr 2010/2011 fast 1.5 Millionen kommerzielle Logiernächte auf. Die zusätzlich generierten Logiernächte machen also mickrige 0.0007% davon aus. Lohnt es sich wirklich, für diesen minimalen monetären Gewinn das Risiko einer Verschmutzung des Schottensees – mit möglicherweise gravierenden und länger währenden Folgen – in Kauf zu nehmen?