Mountain Wilderness Schweiz
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17.11.2017 / smo

Wildnis-Film bringt Besucherrekord ins Alpine Museum

Ungebremste Solidarität mit dem Alpinen Museum: 250 Besucherinnen und Besucher sind letzten Montagabend an die Schweiz-Premiere des Wildnis-Films «The New Wild» gekommen; eingeladen zum Anlass hatten Mountain Wilderness und die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz.

Die Solidarität mit dem Alpinen Museum der Schweiz gipfelte am Montag, 13. November 2017, auf einem neuen Höhepunkt: 250 Besucherinnen und Besucher drängten sich in das volle Haus am Helvetiaplatz in Bern. Der Grund: Mountain Wilderness und die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz hatten zur Filmvorführung von «The New Wild» mit anschliessender Diskussion eingeladen. Der Anlass setzte auf der einen Seite ein Zeichen der Solidarität mit dem Alpinen Museum der Schweiz, das von massiven Budgetkürzungen vonseiten des Bundesamts für Kultur betroffen ist (siehe Website Rettungsaktion für mehr Informationen). Gleichzeitig war es die Schweiz-Premiere des Films «The New Wild». Die Dokumentation zeigt Abwanderung und Verwilderung im italienischen Friaul. Mountain Wilderness und die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz möchten damit die Diskussion über Wildnis in der Schweiz anregen.

Vom Andrang überwältigt

Der Solidaritätsanlass für das Alpine Museum der Schweiz begeisterte. Trotz riesigem Andrang kamen alle 250 Gäste in den Genuss der Veranstaltung. Die Organisatorinnen reagierten und zeigten den Film in zwei Sälen gleichzeitig. «Wir sind völlig überwältigt von dieser Besucherzahl», sagt denn auch Judith Hüppi von der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz. Beat Hächler, Direktor des Alpinen Museums der Schweiz, meinte sogar: «Mehr Publikum hatte in den letzten Jahren keine Gastveranstaltung im Alpinen Museum – grossartig!» 

Die Filmvorführung ist auch Zeichen der guten Zusammenarbeit zwischen der Stiftung Landschaftsschutz und Mountain Wilderness Schweiz. Die beiden Umweltorganisationen verbindet das Engagement für eine intakte Kulturlandschaft ebenso wie für unverbaute, wilde Landschaften. Die überwältigende Besucherzahl und die positiven Rückmeldungen ermutigen, die Zusammenarbeit weiter zu stärken und das Netzwerk für Wildnis auszubauen.

Mehr Kunstprojekt denn Dokumentarfilm

«The New Wild» ist mehr Kunstprojekt denn Dokumentarfilm. Regisseur Christopher Thomson zeigt darin in ruhigen Bildern, von melodramatischer Stimme unterlegt, wie ganze Täler im italienischen Friaul verwildern: Der Wald verleibt sich ehemalige Weiden ein, Äpfel fallen ungepflückt zu Boden. Der Film zeigt aber auch, wie Mensch und Natur Freiräume für neue Entwicklungen in diesen Gebieten finden. 

Mit seiner ruhigen, vielleicht teils pathetischen Art provoziert «The New Wild» und löste auch an der Vorführung im Alpinen Museum kontroverse Meinungen aus. «Genau dies wollten wir bezwecken», erklärt Sebastian Moos von Mountain Wilderness Schweiz. «Es geht uns darum zu überlegen: Wo treffen wir in der Schweiz auf Verwilderung, wie können wir damit umgehen und bieten sich uns vielleicht auch Chancen aus dieser Entwicklung?»

Zwischen Stadt und Land

Im Anschluss an die Filmvorführung diskutierten Raimund Rodewald, Geschäftsleiter der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz und Tabea Baumgartner vom Center sursilvan d’agricultura genau diese Fragen. Die beiden fanden sich in der Diskussion, obwohl sie auf dem Papier unterschiedlicher nicht hätten sein können: Hier die junge Frau, die aus dem aargauischen Brugg in die Surselva gezogen ist und sich für eine nachhaltige Entwicklung einsetzt, da der gestandene Landschaftsschützer, der auch aus städtischer Perspektive auf die wilde Bergnatur blickt. Beide waren sich einig, dass es bei der Frage der Entwicklung im Berggebiet einen intensiven Austausch zwischen Stadt und Land braucht.